Adelheid Rupp: Minijobs und Ehegattensplitting sind Armutsfallen für Frauen

15. November 2012

„Jetzt hat es die CSU schwarz auf weiß: Ihre Politik treibt Frauen in die Armut“, so Adelheid Rupp, SPD-Landtagsabgeordnete und Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen AsFBayern. Eine neue Studie der Bertelsmann-Stiftung kommt zu dem Schluss, für Minijobs wieder die Sozialversicherungspflicht ab dem ersten Euro einzuführen und das Ehegattensplitting in ein Realsplitting umzuwandeln. So würden 60.000 Vollzeitarbeitsplätze geschaffen und die prekären Arbeitsverhältnisse besonders für Frauen zurückgedrängt.

Adelheid Rupp: „Das Ehegattensplitting schafft falsche Anreize für Frauen, ihrem Beruf nicht oder nur in geringem Umfang nachzugehen. Bei Minijobs, die zu 64 Prozent von Frauen ausgeübt werden, werden in der Regel keine Beiträge für die gesetzliche Altersvorsorge geleistet. Frauen sind damit im Alter besonders von Armut bedroht. In Bayern sind dies 22 Prozent der Frauen über 65 Jahren – bundesweit nur 16 Prozent. Minijobs bauen auch keine Brücke in Normalarbeitsverhältnisse, wie bereits mehrere Studien belegen. Prekäre Beschäftigungsverhältnisse werden verfestigt.“

Die CSU setzt sich in Berlin jedoch weiterhin für die Ausweitung der Minijobs auf 450 Euro ein und sieht das Ehegattensplitting als unverzichtbares Instrument zur Bewahrung der Sonderstellung der Ehe an.

Die schon lange bestehenden Forderungen der AsFBayern, die Abschaffung des Ehegattensplittings und die Reformierung der Minijobs sind ein wichtiger Schritt für die Gleichstellung von Frauen und Männern und die Eindämmung von Altersarmut. Wie gegen die Altersarmut noch weiter vorgegangen werden kann, wird die AsF diesen Samstag, 13.10.2012, beim Zukunftsdialog „Altersarmut vermeiden-Rentenniveau sichern“ gemeinsam mit den Arbeitsgemeinschaften 60plus und der AG Arbeitnehmer ab 11Uhr im Karl Bröger Zentrum in Nürnberg erörtern.

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